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Karfreitag

Karfreitag

Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
Johannes 3,16

 

Heute erinnern, feiern wir den Tag, an dem Jesus ermordet wurde. Grausam ans Kreuz genagelt, wie es nur mit besonders schlimmen Verbrechern geschah. Wir sind zu Hause an diesem Tag, es fehlen mir die Lieder, die zum Karfreitag dazugehören. Es fehlt der leere Altar, der uns sonst immer vor Augen führte, dass wir hier eigentlich an der Endstation sind, dass hier alles aufhört. Es fehlt der Gottesdienst mit der Gemeinde, mit Ihnen.

Vielleicht ist das schreckliche Geschehen am Karfreitag nur deshalb erträglich, weil wir in unserem Hinterkopf schon Ostern haben. Ich hoffe sehr für Sie, dass das Vertrauen in Gott gerade in den Momenten, wo das, was wir erleben, unerträglich wird, durch dieses Wissen erhalten bleibt. Gott bleibt der Gott, der die Welt und uns alle in der Hand hält, auch wenn das, was wir sehen, uns daran ernsthaft zweifeln lässt.

Ich sende Ihnen heute ein Bild mit einer Bildbetrachtung statt einer Predigt. Ein Bild, das in Ruhe betrachtet werden möchte. Ein Bild, das ein klassisches Thema der Malerei aufnimmt. “Ecce Homo!” – Sehet welch ein Mensch, so hat Martin Luther die Worte des Pilatus, wie sie im Johannes-Evangelium überliefert sind, übersetzt. Welch ein Mensch, in der Tat. Welche Geduld, welche Liebe zu uns!

Ich lade Sie ein, das Bild in Ruhe zu betrachten. Wir werden als Betrachtende durch den Maler zu den Menschen gestellt, die da als Volksmenge versammelt sind und über Leben und Tod zu entscheiden haben.

Ich füge heute ein Gebet hinzu, das Sie gerne mit dem ergänzen mögen, was Sie an diesem Tag auf dem Herzen haben, was Sie vor Gott bringen möchten.

Bitte klicken Sie hier auf das Bild und hier auf die Bildbetrachtung, öffnen Sie beide Dateien und sehen Sie beim Lesen auf das Bild.

Wie immer schicke ich auch Links zu Gottesdiensten, die im Internet zu finden sind:
Evang. Gottesdienst zum Karfreitag aus der Frauenkirche in Dresden
Evang. Gottesdienst zum Karfreitag aus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Außerdem einen musikalischen Link zur Matthäus-Passion (bitte klicken Sie dafür hier auf Matthäus-Passion).

Ich habe mir für den Tag vorgenommen, der Musik im Bedenken der Leidensgeschichte unseres Herrn Jesus Christus besonderen Raum zu geben.

Ihnen einen besinnlichen Karfreitag,

Ihr

Gebet:

Herr Jesus Christus, wir denken heute besonders an dich. Du hast gelitten. Du bist dem Leiden nicht ausgewichen. Die Leute haben Dich nicht nur ungerecht behandelt, sie haben dich auch noch verspottet. Dein Leben auf der Erde war ganzes Menschsein. Du hast gelitten, wie viele Menschen leiden müssen. Menschen, die verfolgt werden, Menschen, die verspottet werden, Menschen, über die gelacht wird, Menschen, deren Leiden gar nicht wahrgenommen wird. Du stehst auch bei ihnen. Du bist für sie, für uns alle da. Du bist konsequent in deiner Liebe zu uns Menschen. Auch wenn die Konsequenz zuletzt deinen Tod bedeutet hat. Deine Macht hast du nicht genutzt, denn dein Weg ist ein Weg der Ohnmacht, dein Weg ist der Weg der Solidarität mit den Schwachen.
Sieh heute auf das Leben der Menschen in deiner Welt. Sieh auf alle Leidenden, die leiden, weil sie auf der Flucht sind, leiden, weil sie in Kriegsgebieten sind und nicht einmal fliehen können. Leiden, weil sie nicht genug zu essen haben. Leiden, weil niemand sie besucht. Leiden, weil niemand sie besuchen darf. Leiden, weil sie die Einsamkeit nicht ertragen können. Leiden, weil sie nicht verstehen, warum sie nicht einmal vor die Tür dürfen.
Wir bitten Dich, sei besonders mit denen, die sich um Einsame, Kranke und Leidende kümmern. Stärke alle, die im medizinischen Dienst ihr Leben für andere riskieren. Steh ihnen, ihrer Seele, in dieser Krise bei.
Sei mit denen, die uns besonders am Herzen liegen, deren Namen wir vor Dich bringen.

Wir vertrauen Dir, wir rufen als Deine Kinder zu dir:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

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